Bologna Geheimtipps
von Locals für Entdecker
Bologna ist oft eine Stadt an der man vorbeifährt wenn man durch Italien reist.
Eigentlich schade, denn die mittelalterliche Stadt hat sehr viel zu bieten.
Bologna ist eine tolle Destination für einen nächsten Städtetrip, ein perfekter Stopp auf deiner Italien Rundreise in Richtung Toskana & ein guter Ausgangspunkt für deinen Emilia-Romagna Roadtrip.
Hier zeigen wir dir wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Geheimtipps
und ein Bologna das du so noch nicht kennst.
Von Locals für Entdecker!
Wissenswertes über Bologna
Bologna ist unter den Italienern bekannt als la dotta, la grassa, la rossa:
- la dotta – die Gelehrte. Hier in der Studentenstadt findest du die älteste Universität Europas.
- la grassa – die Fette. Die Küche Bolognas wartet mit renommierten und reichhaltigen Gerichten auf.
- la rossa – die Rote. Die Farben der Dächer und Fassaden der Palazzi sind aus rotem Stein.
Die Hauptstadt der Emilia-Romagna zählt knapp 400.000 Einwohner. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten im und um das historische Zentrum liegen nah beieinander. Du kannst die Stadt also sehr gut zu Fuß erkunden.
Bologna ist auch bekannt auch als das Manhattan des Mittelalters. Einst gab es über 100 Türme in der Stadt. Heute sind es nur noch 23!
Bologna: Perfekte Reisezeit und empfohlene Dauer
Die beste Reisezeit für die Stadt ist im Frühling oder im Herbst. (Auch der Winter ist eine Option, aber da kann es schon mal ziemlich grau sein). Vermeide bitte unbedingt den Sommer, es kann in der Stadt und im Umland unerträglich schwül und heiß werden.
Bologna ist zwar eine große Stadt, die Hauptsehenswürdigkeiten liegen aber fast alle nah beieinander. Du kannst also fast überall zu Fuß hin. Für die Besichtigung der Altstadt brauchst du mindestens einen ganzen Tag. Wir würden aber mindestens zwei volle Tage empfehlen. Wenn du dir auch das Umland ansehen willst kannst du auch fast eine Woche in Bologna bleiben.
Hier findest du unsere Tipps zu den Sehenswürdigkeiten rund um Bologna – es gibt wirklich viel zu entdecken.
Wusstest du zum Beispiel dass es ganz in der Nähe von Bologna ein Märchenschloss und ein Geisterdorf gibt?
Bologna: was du nicht verpassen darfst
- Piazza Maggiore, der Hauptplatz von Bologna ist wie in so vielen Städten, das Herz der Stadt. Setz dich auf die Stufen vor der Basilica San Petronio und schau dem bunten Treiben zu. Oft gibt es sogar Musik.
- Steig auf einen der Türme und genieße die Aussicht auf die Stadt.
- Spaziere durch die kilometerlangen, malerischen Arkadengänge. Wenn du Lust und Zeit hast empfehlen wir die vier Kilometer lange Wanderung (eine Richtung) vom Zentrum bis zur Basilica San Luca.
- Iss einen Teller Lasagne, Tortellini oder Tagliatelle al Ragú. Leckere vegane Alternativen gibt es zum Beispiel bei Zem Vegan Bistro in der Via Mascarella.
Bologna die Stadt der Türme
Einst gab es in ganz Bologna verteilt an die 100 Türme, erbaut im 12 Jahrhundert als Macht Symbol und zum Schutz der Stadt. Heute sind leider nur noch 23 Stück übrig. Viele davon sind ziemlich unscheinbar, da sie nicht allzu hoch sind und in Seitengassen liegen.
Wenn du in Bologna bist, solltest du unbedingt auf einen der mittelalterlichen Türme steigen und den Ausblick auf die Stadt genießen.
Le due Torri: Asinelli & Garisenda
Die bekanntesten Türme Bolognas sind Le due Torri: die zwei Türme am Ende der Via Rizzoli.
Sie sind das Wahrzeichen von Bologna und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Der Asinelli Turm ist mit seinen 97 Metern, der höchste Turm von Bologna. Du kannst über 498 Stufen bis fast nach ganz oben steigen und eine weite Aussicht über die Stadt und das Umland genießen.
Der kleinere der beiden Türme, Garisenda, ist übrigens schiefer als der schiefe Turm von Pisa.
WICHTIG: Leider ist derzeit nicht möglich den Torre degli Asinelli zu besichtigen. Er ist aufgrund Wartungsarbeiten derzeit geschlossen.
die Legende vom Asinelli Turm
Vor den Toren der Stadt auf dem Ackerland stolperten zwei Esel eines Tages über einen Goldschatz. So kam ihr Besitzer, ein armer Bauer von niedrigem Stand zu einem unverhofften Reichtum. Sein Sohn verliebte sich kurzdraufhin in ein adeliges Mädchen, das er heiraten wollte. Die Bedingung des Brautvaters? Er soll einen riesigen Turm bauen. Die Herausforderung war groß, doch er schaffte es dank des Reichtums den die Esel gefunden hatten! So auch der Name dest Turmes: torre degli asinelli - Turm der Esel.
Torre dell'Orologio
Der Palazzo d’Accursio auf der Piazza Maggiore ist das Rathaus von Bologna. Über das breite Treppenhaus gelangte man früher sogar mit Pferden in die oberen Stockwerke. Im zweiten Stockwerk kannst du kostenfrei durch die Fenster hinuntersehen auf das bunte Treiben der Piazza Maggiore.
Hier befindet sich der Eingang zum Uhrturm Torre dell’Orologio.
Das Ticket kostet 10 €. Am besten du kaufst es bereits vorab online, denn für den Uhrturm musst du einen Timeslot auswählen.
Das Ticket beinhaltet des weiteren den Besuch des Kunst-Museums Collezioni Comunali d’Arte, welches sich ebenso im Palazzo d’Accursio befindet.
Torre Prendiparte
Der Prendiparte Turm ist in Privatbesitz. Jeden Sonntag öffnet er aber für Besichtigungen. Über 12 Stockwerke geht es hinauf bis auf die Dachterrasse von der man einen einzigartigen Blick auf die Altstadt und vor allem auf das Wahrzeichen Bolognas, die zwei Türme Asinelli & Garisenda, hat.
Die Tickets kannst du online auf der Webseite der Veranstalters Succede solo a Bologna kaufen. Preis: 10 € pro Person.
Bologna: Plätze und Kirchen
Auf den Plätzen in Bologna spielt sich das Leben ab. Einheimische mischen sich unter Studenten und Touristen. Nachfolgend stellen wir dir die wichtigsten Plätze und deren Sehenswürdigkeiten (die oft Kirchen sind) vor.
Piazza Maggiore & San Petronio
Das Herz Bolognas schlägt auf der Piazza Maggiore. Umgeben ist der wunderschöne Hauptplatz von Palazzi und der Basilika San Petronio.
Die Basilika ist dem heiligen Petronius, Schutzpatron Bolognas, gewidmet. Ab 1388 geplant, sollte sie gigantisch werden – größer als der Petersdom in Rom. Technische, finanzielle und politische Hindernisse ließen die Basilika jedoch unvollendet. Der Bau der Kirche zog sich über drei Jahrhunderte.
San Petronio kannst du kostenfrei besuchen. In ihrem Inneren befindet sich der Meridian und 22 Seitenkapellen. Für die Besichtigung drei dieser Kapellen benötigst du jedoch ein Ticket (3 €) welches du vor Ort kaufen kannst.
Highlight: im Sommer findet auf der Piazza Maggiore immer das Kino unter den Sternen statt. Verschiedene Filme in Originalsprache mit Untertiteln (englisch oder italienisch) werden kostenfrei auf eine riesengroße Leinwand projiziert.
Quadrilatero
Das Quadrilatero ist eine der ältesten Zonen in Bologna und befindet sich genau neben der Piazza Maggiore. Hier findest du kleine Läden, Marktstände und vor allem viele kleine Lokale mit traditioneller Küche. Die Zone ist pittoresk und sehr fotogen und somit ist hier leider immer sehr viel los!
Das Telefon ohne Kabel
Gegenüber von San Petronio befindet sich Il Voltone di Palazzo del Podestá, das Telefon ohne Kabel. Hier kannst du dich in die Ecke stellen und der Person in der gegenüberliegenden Ecke etwas zuflüstern. Der Legende nach haben so die Leprakranken in Bologna gebeichtet.
Ex-Sala Borsa: die Stadtbibliothek
Wenn du auf der Piazza Maggiore bist solltest du unbedingt einen kurzen Blick in die Ex-Sala Borsa werfen. Sie befindet sich genau gegenüber vom Neptun Brunnen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war sie Bolognas Börse, heute ist sie die Stadtbibliothek.
Der halbe Boden des Eingangsbereichs ist verglast. Hier stehst du über römische Ausgrabungen. Zur Zeit der Römer hieß Bologna übrigens Felsina.
Santo Stefano & die 7 Kirchen
Unser Lieblingsplatz in Bologna ist mit Abstand die überschaubare Piazza Santo Stefano. Die Kirche, die frei zugänglich ist, verbirgt mehr in ihrem Inneren, als es von außen scheint. Sieben Kirchen verschiedener Baustile und Zeitepochen sind hier ineinandergeschachtelt!
Am zweiten Wochenende jedes Monats gibt es auf der Piazza einen Antiquitätenmarkt.
Corte Isolani & die drei Pfeile
Von der Piazza Santo Stefano aus gelangst du durch den Durchgang Corte Isolani bis zur Strada Maggiore. Hier befindet sich eines der ältesten Porticos der Stadt. Und in der Holzdecke des Porticos stecken drei Pfeile. Wundere dich also nicht wenn du Leute nach oben starren siehst. Die Pfeile sieht man am besten abends wenn sie beleuchtet sind!
Niemand weiß genau warum die Pfeile hier in der Holzdecke stecken. Eine Legende (von der es viele Versionen gibt) erzählt jedoch, dass drei Kopfgeldjäger die untreue Ehefrau eines adeligen Herren umbringen sollten. Die Frau erscheint im Fenster und sie war so wunderschön, dass die Männer versehentlich in die Holzdecke schossen.
Aussichtspunkt der Kirche San Michele in Bosco
In Städten lieben wir vor allem Aussichtspunkte!
Von der Innenstadt aus gelangst du in circa 20 Gehminuten zu einem unserer Lieblingsplätze in Bologna. Der Aussichtspunkt San Michele in Bosco von dem du die ganze Stadt überblicken kannst.
Piazzola: der bunte Markt
Die Piazza VIII Agosto liegt auf halbem Weg zwischen dem Bahnhof und dem Hauptplatz, Piazza Maggiore. Der große Platz ist eigentlich nicht besonders schön und ebenso wenig sehenswert. Jeden Freitag und Samstag jedoch verwandelt er sich in ein buntes Treiben und wird zur Piazzola, zum Mercato della Montagnola. Second-Hand-Kleidung, Geschirr, Kleinkrams und viele andere Waren werden hier angeboten.
Die älteste Universität Europas
In Bologna kannst du die älteste Universität Europas besuchen. Diese befindet sich im Palazzo dell’Archiginnasio, welche das älteste Universitätsgebäude der Stadt ist. Es wurde 1562 erbaut, um die verstreuten Fakultäten der Universität Bologna erstmals unter einem Dach zu vereinen.
Den Innenhof und den Arkadengang kannst du kostenfrei besuchen. Hier findest du unzählige Wappen ehemaliger Studenten und Professoren die an dieser Universität studiert oder gelehrt haben.
Im Archiginnasio kannst du außerdem einen Teil der Bibliothek (Sala dello Stabat Mate) und das anatomische Theater besuchen. Der Saal wurde im Jahr 1637 entworfen und diente anatomischen Vorlesungen. Für diesen Teil brauchst du ein Ticket. Jenes kostet 10 €, du kannst es online oder direkt vor Ort kaufen.
Die Arkadengänge: Bolognas Weltkulturerbe
62 Kilometer lang schlängeln sich die Arkadengänge die sich durch die Stadt schlängeln. Seit 2021 sind die Portici von Bologna eine UNESCO Weltkulturerbestätte.
Entstanden sind sie im Mittelalter, als der Wohnraum knapp wurde und man die Häuser ausbaute ohne öffentlichen Grund zu nutzen.
Der längste Arkadengang der Welt führt dich vom Stadtzentrum zur Basilica di San Luca!
Basilica di San Luca
Von der Porta Saragozza kannst du durch den längsten Arkadengang der Welt bis zum Santuario di San Luca gehen, welches auf einem Hügel liegt.
666 Arkaden schlängeln sich den Hügel hinauf bis zur Wallfahrtskirche. Sie symbolisieren eine Schlange, die von der Heiligen Jungfrau Maria zerdrückt wird. Ein Sieg des Guten über das Böse.
In San Luca kannst du auf die Dachterrasse der Kuppel steigen und einen wunderschönen Ausblick auf die Colli Bolognesi, das Hinterland Bolognas, genießen. Die Tickets (Kosten 5 €) bekommst du vor Ort vor der Kirche.
Wie komme ich nach San Luca?
- zu Fuß: knapp fünf Kilometer lang ist die Wanderung von der Altstadt nach San Luca.
- mit dem Bus vom Stadtzentrum bis zur Porta Saragozza und dann zu Fuß durch den Arkadengang. Den Bus nimmst du auf der Piazza Malpighi (Nr. 20), die Fahrt dauert circa 15 Minuten, die Tickets kannst du direkt im Bus kaufen.
- mit dem Bus von der Villa Spada direkt nach San Luca. Der Bus Nr. 58 fährt über einen kleinen Umweg direkt zum Santuario di San Luca. Die Fahrt dauert circa 20 Minuten. Zur Villa Spada kommst du mit dem Bus Nr. 20.
- mit der touristischen Bimmelbahn ab Piazza Maggiore.
La Finestrella di Via Piella: Klein-Venedig
Die orange Hausmauer mit dem kleinen Fenster ist in den letzten Jahren immer berühmter geworden.
Hier kannst du einen Blick auf den Kanal Reno werfen: ein kleines Stück Venedig in Bologna.
Parks und Gärten von Bologna
Bologna ist zwar eine große Stadt, sie hat jedoch einige Parks und Grünflächen, die du unebdingt besuchen solltest.
Giardini Margherita: der Stadtpark
26 Hektar groß ist der Stadtpark Bolognas: die Giardini Margherita, benannt nach der Königin Margherita di Savoia. (Auch die Pizza Margherita ist übrigens nach dieser Königin benannt.) Der Park wurde Ende des 19. Jahrhunderts im Stil eines englischen Gartens angelegt – mit geschwungenen Wegen, einem Teich und grünen Ecken, die bewusst natürlich und fast ein wenig wild wirken.
Im Jahr 1939 wurden der Stadt zwei Löwenjungen geschenkt: Reno und Sciascia. Die zwei lebten in einem Käfig, der auch heute noch steht. Nach Jahren im Park und einem gefährlichen Zwischenfall mit einem Kind wurden sie in den 1970er Jahren in ein geeignetes Schutzgebiet gebracht.
Der beliebteste Treffpunkt in den Gärten sind die Serre: ein umgebautes Gewächshaus, welches nun als Co-Working Space, Bar und vegetarisches Restaurant dient. Hier treffen sich Studierende, Familien und Spaziergänger – zum Arbeiten, Essen oder einfach zum Verweilen im Grünen.
Giardino del Cavaticcio: der alte Hafen
Bologna war einst eine Stadt von der man am Wasserweg über einen Kanal bis zum Po und schließlich bis ans Meer gelangen konnte. Viele Kanäle durchzogen die Stadt und machten sie zu einem Handels- und Produktionszentrum von Seide. Heute sind die Kanäle zwar noch da, verlaufen aber unterirdisch.
Der Cavaticcio, heute ein Park, ist der alte Hafen von Bologna.
Die Colli Bolognesi
Bologna ist nicht nur bekannt für die pittoreske Altstadt und das üppge Essen sondern auch für das hügelige Hinterland: die Colli Bolognesi.
Hier findest du Natur, Wandermöglichkeiten, wunderschöne Aussichtspunkte und einige Parks. Für die Hügel brauchst du aber auf alle Fälle ein Auto.
An lauen Sommerabenden holen wir uns manchmal eine Pizza und fahren in einen der Parks auf den Hügeln um den Sonnenuntergang anzusehen.
Besonders empfehlenswert sind die Parks Monte Donato, 300 Scalini und der Park der Villa Ghigi.
Restaurants, Cafés und Bars
Bologna hat kulinarisch sehr viel zu bieten. Aus der Stadt stammen unter anderem die Mortadella, Tortellini, Tagliatelle al Ragù und Lasagne.
Hier findest du eine Auflistung unserer liebsten Lokale in der Stadt:
- Im umgebauten Gewächshaus Le Serre im Stadtpark Giardini Margherita, findest du leichte Mittag- und Abendessen, sowie Getränke. Margherita. Hier ist alles vegetarisch und vegan.
- Das Café Lampadina in der Nähe der Basilica San Francesco. Hier gibt es Frühstück und Brunch, mit veganen Optionen.
- La Confraternitá del Vino: in diesem kleinen Lokal neben dem Teatro Duse findest du Bücher und Wein, wir finden es die perfekte Mischung.
- La Baracca: Je nach Saison ändert sich hier in der kleinen, historischen Baracke das Menü. Im Frühling (März-Mai) werden hier die bekannten Crescentine serviert. Im Sommer (Juni-August) bekommst du Wassermelonen & frisches Obst, im Herbst (Oktober-Dezember) Maroni & Glühwein. Ein echter Geheimtipp
- Trattoria Nonna Rosa: Lokal im Shabby-Chic Flair mit traditioneller bologneser Küche.
- Ruggine: eine umgebaute Garage in der Nähe von der Piazza Santo Stefano die zu einer hippen Bar wurde.
- Camera a Sud: ein cozy Café im jüdischen Viertel von Bologna.
- Centro Natura: vegane & vegetarische Mensa. Günstig, gesund und toll für ein schnelles Mittagessen in der Altstadt. Ein echter Geheimtipp!
- Das vegane Restaurant ZEM. Hier kannst du Bolognas traditionelle Gerichte kosten.
- Ristorante Pizzeria Pepperoni auf den Hügeln von Bologna: hier ist das Highlight die Pizza al Tagliere für 2 bis 3 Personen.




