Wintervanlife Toskana
Weihnachtsmarkt & Natur
Wintervanlife in der Toskana? Assolutamente sí!
Auf dieser kurzen Vanlife-Route verbinden wir den Weihnachtsmarkt von Arezzo mit den stillen Wäldern der Foreste Casentinesi. Zwischen Weihnachtsbeleuchtung, Glühwein, Kastanienduft, einsamen Wäldern und den Klöstern von La Verna und Camaldoli wird die Toskana zu einem Winterziel, das günstig und überraschend einsam ist.
Arezzo - Cittá del Natale
Die Stadt
Arezzo liegt in der nördlichen Toskana, abseits der üblichen Touristenrouten.
Das Herz von Arezzo ist die Piazza Grande, der Hauptplatz der mittelalterlichen Stadt, welcher bekannt ist aus dem Film „La vita è bella“. Aus Arezzo stammen der Dichter Francesco Petrarca und Giorgio Vasari, dessen Geburtshaus besichtigt werden kann.
Weitere sehenswerte Orte sind die Basilica di San Francesco mit den Fresken von Piero della Francesca, der Duomo di San Donato, die Fortezza Medicea mit Blick über die Hügel und der Corso Italia, die Einkaufsstraße der Altstadt.
Jeden ersten Sonntag im Monat findet ein Antiquitätenmarkt in den Gassen Arezzos statt: die Fiera dell’Antiquariato.
Wer war Giorgio Vasari?
Giorgio Vasari (1511–1574) war ein Maler, Architekt und einer der ersten Kunsthistoriker Italiens.
Er stammte aus Arezzo und arbeitete später für die Medici in Florenz. Er schrieb Le vite de’ più eccellenti pittori, scultori e architetti – das erste große Künstlerbiografien-Werk der Geschichte. Dank Vasari wissen wir heute vieles über Leonardo da Vinci, Michelangelo und Botticelli.
Viele Bauwerke tragen seine Handschrift, darunter auch die Uffizien in Florenz.
Der Weihnachtsmarkt
In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich Arezzo in die Cittá del Natale – die Stadt der Weihnacht.
Die hell erleuchtete Piazza Grande wird zur Bühne des Weihnachtsmarktes Villaggio Tirolese. Standeln aus Österreich, Südtirol und Deutschland reihen sich aneinander, es gibt Glühwein, Kunsthandwerk, frischgebackene Brezeln und Musik.
Die Häuser rings um die Piazza werden zur Leinwand. Lichtspektakel zaubern Atmosphäre auf die mittelalterlichen Fassaden.
Il Prato, der Park vor der Burg Fortezza Medicea verwandelt sich am Abend zum Bosco delle Emozioni – zum Wald der Gefühle.
Eine Weihnachtslandschaft gemacht aus Lichterketten. Ein Karussell, ein hellerleuchtetes Riesenrad und der Weihnachtsmarkt Il Mercato delle Arti.
Wintervanlife im Nationalpark Le Foreste Casentinesi
Nicht weit entfernt von Arezzo liegt eines der größten Waldgebiete Europas: der Nationalpark Le Foreste Casentinesi. Der Park erstreckt sich zwischen der Toskana und der Emilia-Romagna und ist ein perfektes Ziel für Wanderungen und zum Draußen sein.
Das Waldgebiet zeichnet sich durch eine beeindruckenden Vielfalt an Flora und Fauna aus. Buchen, Kastanien, Eichen und Tannen prägen die Wälder, die von Wölfen, Hirschen und Wildschweinen bewohnt sind.
Im Winter ist es hier ruhig, auf den Straßen ist außer Schafen die vom Bauern zurück in den Stall gebracht werden, fast niemand unterwegs. Das macht den Nationalpark zu einem perfekten Ort für ein Vanlife-Abenteuer abseits der Massen.
Es gibt viele schöne Borghi, Sehenswürdigkeiten und Wanderwege im Park, aber in der Vorweihnachtszeit haben wir uns bewusst auf das Kloster La Verna und das Eremo di Camaldoli konzentriert. Es geht weniger um Religion, sondern vielmehr um die besondere, beinahe magische Atmosphäre, die diese Orte inmitten der stillen Winterwälder ausstrahlen.
Kloster La Verna
Inmitten des Waldgebietes der Foreste Casentinesi, auf 1.300 Höhenmetern, steht das Kloster La Verna.
Bekannt wurde es durch Franz von Assisi , der hier im Jahr 1224 seine Stigmata empfing.
Seither gilt La Verna als einer der wichtigsten franziskanischen Pilgerorte Italiens.
Im Winter kehrt im Kloster Ruhe ein. Eine fast mystische Atmosphäre umgibt die alten Mauern, die du auf eigene Faust erkunden kannst. Kirchen, Kapellen, die Grotte San Francescos und der Friedhof der Mönche.
Rund um das Kloster findest du wunderschöne Wanderwege. Etwa zum nahen Monte Penna, von dessen Gipfel du ein wunderbare Aussicht über die weite der Foreste Casentinesi hast.
Hier steht zudem der höchste autonome Baum Italiens, der 52 Meter hohe Abetone. Einige Bäume in diesem uralten Forst sind bis zu 400 Jahre alt – ein stilles, ehrfurchtgebietendes Zeugnis der Zeit.
Das Kloster erreichst du zu Fuß über einen Waldweg vom Ort Chiusi della Verna aus. Alternativ kannst du auch bis zum Parkplatz des Klosters fahren. Wir empfehlen dir jedoch auf alle Fälle die Wanderung durch den dichten Wald.
Im Kloster kannst du in der Foresteria sogar übernachten. Alle Informationen dazu findest du auf der Webseite des Klosters.
Infos zur Wanderung
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Details
Ausgangspunkt: Parkplatz Contrà Cesare Asnicar
Länge: 5 km
Dauer: circa 1:30 Stunden hin und zurück
Schwierigkeit: leicht
Höhenmeter: ↑ 130 m / ↓ 130 m
Hier kannst du die Wanderung zum Kloster La Verna und auf der Monte Penna auf Komoot finden.
Eremo
Ein Eremo (deutsch: Einsiedelei) ist ein abgeschiedener religiöser Ort, an dem Mönche oder Einsiedler in Stille und Zurückgezogenheit leben. Oft liegt ein Eremo weit außerhalb von Dörfern, mitten im Wald oder auf einem Berg.
Eremo bedeutet „Wüste“ und verweist auf die Tradition der Wüstenväter, die sich in den ersten Jahrhunderten des Christentums in die Wüste zurückzogen, um ein Leben voller Gebet, Arbeit und Einsamkeit zu führen.
Typisch sind:
- wenige, einfache Gebäude
- kleine Kapellen
- viel Natur und absolute Ruhe
- ein Leben, das auf Meditation, Arbeit und Stille ausgerichtet ist
In Italien sind Eremos eng mit der Tradition der Benediktiner, Kamaldulenser oder Franziskaner verbunden. Sie wurden bewusst dort gebaut, wo man „allein mit dem Wald“ sein kann – wie beim Eremo di Camaldoli, einem der bekanntesten Eremos des Apennin.
Das Eremo di Camaldoli
Das Eremo di Camaldoli liegt tief in den Foreste Casentinesi und ist ein Rückzugsort für Ruhe, Stille und Besinnung.
Um 1025 gründete Romualdo die Eremitage die aus einzelnen Zellen für die Eremiten besteht und ergänzt wird durch eine Kirche für das gemeinsame Gebet. Heute gibt es zwanzig Zellen, die jüngste stammt aus dem Jahr 1743.
Wer Camaldoli besucht, taucht ein in eine ruhige, fast magische Atmosphäre, wo Wald, Stille und spirituelle Geschichte verschmelzen.
Ein Teil des Eremos kannst du auf eigene Faust erkunden.
Die Zellen werden von Mönchen bewohnt und können nicht betreten werden. Besonders interessant ist jedoch die Zelle von Romualdo: Hier kannst du hineingehen und sehen, wie alle anderen Zellen aufgebaut sind. Schneckenförmig nämlich – damit in den kalten Wintermonaten die Wärme nicht verloren geht.
So bekommt man einen guten Eindruck vom Leben der Eremiten, ohne in die Privatsphäre der Bewohner einzugreifen.




