Veneto Wandern
52 Gallerie & Sentiero dei Grandi Alberi
Zwischen Fels und Nebel, Geschichte und alten Bäumen:
Wer im Veneto wandern geht, findet stille Wege, geschichtsträchtige Pfade und Orte, die innehalten lassen.
Auf der Strada delle 52 Gallerie lässt sich den Spuren des Ersten Weltkriegs folgen.
Am Sentiero dei Grandi Alberi leuchtet im Herbst das Laub in allen Farben des Foliage – ein stilles Schauspiel aus Gold, Rot und Nebel.
Und ganz in der Nähe wartet die noch eher unbekannte Stadt Vicenza, die einen kurzen Besuch wert ist.
Die 52 Gallerien
Die Geschichte
52 Gallerien schlängeln sich über fast sieben Kilometer den Berg hinauf.
Sie wurden 1917 von italienischen Soldaten mit Mühe und in der Stille des Krieges erbaut – um ungesehen an die Front zu gelangen.
Hier, an der Front des Ersten Weltkriegs, kämpften italienische und österreichisch-ungarische Soldaten erbittert um die Hochgebirgslinie.
Durch die Gallerien konnten Material, Truppen und Nachschub von der sicheren Südseite des Monte Pasubio – bei der Bocchetta Campiglia – ungesehen und außerhalb der Reichweite der österreichisch-ungarischen Artillerie zur Frontlinie bei den Porte del Pasubio gebracht werden.
Ganz oben wacht der Arco Romano über den kleinen Friedhof der Gefallenen.
Viele Gräber tragen nur einfache Worte: „Italienischer Soldat, gefallen für die Heimat.“
Die Wanderung
Heute ist die Strada delle 52 Gallerie Friedensweg, Mahnmal und zugleich eine der eindrucksvollsten Wanderungen im Veneto – ein Weg mit stiller, geschichtlicher Tiefe.
Eine Wanderung abseits der Zeit.
Die Wanderung startet am am Parkplatz bei der Baita Campiglia, ein Parkticket kostet für 24 Stunden 6 Euro. Am Automat direkt beim Eingang kannst du mit Münzen und mit Karte bezahlen.
Durch 52 Gallerien geht es hoch bis zum Rifugio Achille Papa wo eine Einkehr möglich ist.
Die Gallerien sind unterschiedlicher Länge, teilweise sehr dunkel und bei nassem Wetter rutschig. Taschenlampe, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind unbedingt notwendig.
Oben angekommen lohnt es sich noch bis zum Arco Romano, dem Friedhof der Gefallenen und der kleinen Bergkirche weiterzugehen.
Der Abstieg erfolgt nicht mehr durch die Gallerien sondern über den alten Militärweg, Strada degli Scarubbi.
Infos zur Wanderung
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Details
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz 52 Gallerie, 6 Euro für 24 Stunden (bezahlbar vor Ort mit Münzen und Karte)
Länge: 19 km
Dauer: circa 5:30/6:00 Stunden hin und zurück
Schwierigkeit: schwer
Höhenmeter: ↑ 1.080 m / ↓ 1.080 m
Hier kannst du die Wanderung der 52 Gallerie auf Komoot finden.
Sentiero dei Grandi Alberi
Der Sentiero dei Grandi Alberi – der Weg der Großen Bäume – zeigt sich besonders prachtvoll in den Herbstmonaten Oktober und November.
Dann leuchten die alten Bäume in warmen Tönen von Orange, Rot und Gelb vor der malerischen Kulisse der Kleinen Dolomiten – oder, wie bei unserem Besuch, vor einer traumgleichen Nebelwand.
Der gesamte Wanderweg ist rund 24 Kilometer lang (Hin- und Rückweg) und führt zu 16 Stationen, an denen eindrucksvolle Baumriesen vorgestellt werden.
Wir sind nur ein kleines Teilstück gegangen und haben kostenfrei am Parkplatz der Contrà Casare Asnicar geparkt.
Die Wanderung kann das ganze Jahr über unternommen werden:
Während im Sommer die Malghe geöffnet haben und Kühe auf den Weiden grasen, kehrt in den Herbst- und Wintermonaten Ruhe ein – und der Weg zeigt seine stillste Seite.
Foliage
Das Wort Foliage steht für die leuchtende Verfärbung des Laubes im Herbst – wenn Wälder in Gold, Rot und Orange erstrahlen.
Für uns ist das die schönste Jahreszeit zum Wandern – und am Sentiero dei Grandi Alberi zeigt sich die Natur dabei von ihrer farbenprächtigsten Seite.
Infos zur Wanderung
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Details
Ausgangspunkt: Parkplatz Contrà Cesare Asnicar
Länge: 5 km
Dauer: circa 1:30 Stunden hin und zurück
Schwierigkeit: leicht
Höhenmeter: ↑ 130 m / ↓ 130 m
Hier kannst du die Wanderung der Grandi Alberi auf Komoot finden.
Vicenza: ein kurzer Abstecher
Die kleine Stadt Vicenza liegt etwa eineinhalb Stunden von den 52 Gallerien entfernt.
Ein kurzer Abstecher in die eher unbekannte Stadt lohnt sich auf jeden Fall: zwischen venezianischer Eleganz und norditalienischer Gelassenheit überrascht Vicenza mit stillen Gassen, kleinen Cafés und eleganter Architektur von Andrea Palladio, die der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.
Wir haben nur kurz hineingeschnuppert und sind ein bisschen durch die Altstadt geschlendert bevor uns der Regen eingeholt hat.




