Maragua Krater
Zweitageswanderung auf eigene Faust
In der Nähe von Sucre befindet sich der Maragua Krater und eine Landschaft, die fast surreal wirkt.
Der Krater und die Wanderung dorthin ist noch ein echter Geheimtipp.
Hier findest du das wahre authentische Bolivien fernab der Touristenmassen.
Wir haben die Zweitageswanderung auf eigene Faust gemacht, hier findest du die Route, praktische Hinweise und unsere Eindrücke.
der Maragua Krater
Der Maragua Krater in der Nähe von Sucre heißt zwar „Krater“ ist aber in Wirklichkeit gar keiner.
Tatsächlich handelt es sich beim Maragua Krater um eine natürliche, kreisförmige Felsformation.
Interessanterweise entstand er nicht durch einen Vulkanausbruch, sondern durch die Verformung der Erdschichten, die sich hier spiralförmig nach oben und außen gezogen haben.
Dadurch wirkt der Krater wie ein riesiges farbiges Becken, das von Bergen umschlossen ist.
Die Wanderung zum Maragua Krater auf eigene Faust
Die Zweitageswanderung zum Maragua Krater mit Übernachtung im Ort Maragua kannst du ohne Probleme auf eigene Faust durchführen. Wir nehmen dich in diesem Beitrag mit auf die Tour – und teilen alles, was du für diese Wanderung brauchst.
Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich. So führt sie dich über einen alten Inka-Pfad und vorbei an regenbogenfarbenen Felsformationen. Außerdem überquerst du eine schiefe Hängebrücke, siehst versteinerten Dinosaurierspuren und kommst durch kleine Dörfer und Siedlungen.
Am besten du startest früh morgens, damit du genug Zeit hast. Die Wanderung zum Maragua Krater kann aufgrund der Höhenmeter (der höchste Punkt ist auf 3.650 Meter) anstrengend werden.
Die Übernachtung kannst du direkt vor Ort organisieren oder vorab bei Whats-App anfragen. Wir haben übrigens im Nativus Hostal Maragua übernachtet (+59171413460).
Infos zur Wanderung
hier klicken
Details
Ausgangspunkt: Chataquila
Endpunkt: Potolo
Länge: circa 32 km
Dauer: Zweitageswanderung
Schwierigkeit: schwer
Höhenmeter: ↑ 900m / ↓ 1.460m
Hier kannst du die Zweitageswanderung zum Maragua Krater auf Komoot finden.
Checkliste
für die Maragua Krater Wanderung auf eigene Faust
Die folgende Liste sollte dir helfen dich auf die Zweitageswanderung zum Maragua Krater vorzubereiten.
- Einen kleinen Tagesrucksack.
- Einen Regenschutz.
- Eine Offline Map wie etwa Maps.me. Die App von Maps.me kannst du übrigens kostenfrei verwenden.
- Wanderschuhe. Das Terrain ist bergig, der Weg lange. Gute Wanderschuhe sind somit ein absolutes Muss für die Maragua Krater Wanderung.
- Außreichend Trinkwasser. Im Ort Maragua kannst du deine Wasserflaschen wieder befüllen. Wichtig ist hier jedoch ein Wasserfilter!
- Essen. Zwar bekommst du in der Unterkunft in Maragua ein Abendessen und ein Frühstück, doch für alle anderen Mahlzeiten und Zwischensnacks bist du selbst verantwortlich.
- Deine Reiseapotheke. Diese sollte sowieso immer dabei sein!
- Eine Taschenlampe. Wichtig falls du in die Dunkelheit gerätst.
- Nice to have: Wanderstöcke.
Wichtig: teile unbedingt jemandem mit wohin du unterwegs bist. Wir haben unsere Vermieterin in Sucre über unsere Zweitageswanderung zum Maragua Krater informiert.
Die Etappen zum Maragua Krater
Folgend stellen wir dir die einzelnen Etappen zum Maragua Krater vor. Wir haben die Route zur besseren Übersicht in vier Teile geteilt. Die Wanderung selbst führst du jedoch in nur zwei Tagen durch.
- Tag 1 – Etappe 1: mit dem Sammeltaxi von Sucre nach Chataquila
- Tag 1 – Etappe 2: Die Wanderung zum Maragua Krater beginnt hier! Zu Fuß gehst du von Chataquila nach Maragua
- Tag 1: Ankunft in Maragua: wichtige Informationen zum Ort und zur Unterkunft.
- Tag 2 – Etappe 3: Zu Fuß von Maragua nach Potolo. Mit dem Bus von Potolo zurück nach Sucre.
Tag 1 - Etappe 1: von Sucre nach Chataquila
Von Sucre nimmst du am Vormittag ein Trufi (Sammeltaxi) nach Chataquila.
Die Haltestelle befindet sich in einer unscheinbaren Seitenstraße der M. Marzana. Du findest sie hier.
Wir haben die Haltestelle selbst lange nicht gefunden, liefen in der Mittagshitze im Kreis und wurden von den Menschen auf der Straße in verschiedene Richtungen geschickt. Eigentlich wollten wir den Plan zum Krater zu wandern schon aufgeben als wir endlich die gegen 11 Uhr die Haltestelle fanden.
Die Tickets für das Sammeltaxi werden in einer Garage verkauft; das Schild „Bus Potolo“ daneben ist so klein, dass man es leicht übersieht. Ein Ticket kostet 15 Bs – unabhängig davon, ob du in Chataquila oder erst in Potolo aussteigst.
Die trufis stehen in der Einfahrt nebenan. Der Kleinbus fährt los sobald er voll ist. Jeder trägt seinen Namen ein, jeder bekommt einen Platz zugewiesen. Irgendwo hatten wir gelesen, dass dies eine Vorkehrmaßnahem sei. Falls ein Busunglück passiert.
Schließlich saßen zwischen Frauen in bunter traditioneller Kleidung und einem alten Mann mit Zipfelmütze und zahnlosem Lächeln. Im Bus roch es nach getrocknetem Bergkäse, Wolle und Staub. Irgendwann fährt der der Bus langsam los – hinaus aus Sucre und den Berg hoch.
Tag 1 - Etappe 2: von Chataquila nach Maragua
Chataquila ist eine Kirche mitten im Niergendwo: Benvenido al Santuario de la Virgen de Chataquila.
Hier steigst du nach einer Stunde Fahrtzeit aus.
Der Wanderweg, der Camino del Inca, beginnt ein wenig die Straße hoch auf der linken Seite.
Von hier geht es auf dem alten gepflasterten Inka Trail bergab bis zur Straße. Hier muss an die Einheimischen eine Maut von 20 Bs gezahlt werden.
Nach einem kurzen Stück auf der Straße Chataquila – Chaunaca biegst du wieder auf einen Wanderweg ein. Die genaue Einstiegstelle befindet sich hier.
Hier geht es nochmals bergab bis zum Hotel Samana Wasi und schließlich den Fluss entlang, vorbei an bunten Bergen und kleinen Orten wo das Feld noch mit dem Ochsen bearbeitet wird und Schweine, Esel und Schafe frei herumlaufen.
Bei der Siedlung Socapampa. befindet sich schließlich eine ziemlich schiefe Hängebrücke auf der du den Fluss überqueren musst. Anschließend musst du nochmals Maut an die Einheimische Bevölkerung zahlen.
Nun geht es wieder den Berg hoch. Hier befindest du dich wieder auf knapp 3000 Höhenmeter, die Luft bleibt hier leichter weg und für mich persönlich stellt sich die Wanderung wahnsinnig anstrengend heraus.
Tag 1: Ankunft in Maragua
Maragua ist ein kleiner Ort, weit entfernt von jeglicher Infrastruktur.
Überall im Dorf und auf den Anwesen der Familien liegt Müll herum. Es gibt hier nämlich keine Müllabfuhr und keine Infrastruktur zur Entsorgung . Was hier nicht mehr gebraucht wird, bleibt hier. Wir nehmen unseren Müll also wieder mit zurück nach Sucre.
In Maragua gibt es insgesamt drei Guesthouses. Wir übernachten im Hostal Nativos entschieden, die Besitzer hatten wir am Vorabend per Whatsapp kontaktiert. Am besten lässt du dir vor ab eine ungefähre Beschreibung geben wo sich deine Unterkunft befindet. Denn im Ort gibt es keine Schilder.
In Maragua ist das Leben einfach und abgelegen. Hier gibt es nahezu keinen Tourismus. Wenn du also aus deiner Komfortzone heraustreten wills und ein Stück authentisches Bolivien kennen lernen willst, bist du hier genau richtig.
Hostal Nativos
Das Hostal Nativos wird von einer zurückhaltenden Familie geführt. Als wir am Abend vor ihrer Tür stehen wirken sie fast überrascht, dass wir wirklich hier übernachten möchten.
Die Übernachtung mit Abendessen und Frühstück kostet uns 50 Bs pro Person. Bezahlbar selbstverständlich nur mit Bargeld.
Unser Zimmer befindet sich in einer einfachen Lehmhütte: zwei Betten, Wolldecken, Kopfkissen. Wir legen unsere Sachen ab und teilen uns eines der zwei Betten. Das andere riecht muffig. Die Bettwäsche kann schließlich nicht nach jedem Übernachtungsgast gewechselt werden, denn das Wasser ist hier kostbar.
Das Badezimmer wird von der Familie und uns Gästen gemeinsam genutzt. Sauberkeit hat hier eine andere Bedeutung und wir beschließen uns nicht zu duschen.
Zum Essen sitzen wir draußen, während die Sonne hinter den Bergen versinkt. Es gibt Arroz con Huevo y Papas. Genau das, worauf wir gesetzt hatten. Ein paar streunende Hunde warten geduldig, und wir geben ihnen ein wenig ab.
Als die Dunkelheit kommt, wird es schnell kalt auf 3.000 Metern.
Ein Gewitter zieht auf. Blitz, Donner, Windböen rütteln an der Hütte. Die Tür springt auf; wir blockieren sie mit unseren Wanderstöcken. Durch Ritzen dringt Regen ins Zimmer, doch die Betten bleiben trocken.
Tag 2 - Etappe 3, von Maragua nach Potolo und zurück nach Sucre
Nach einem einfachen Frühstück bestehend aus süßem frittierten Brot und Tee, sind wir um acht Uhr wieder unterwegs in Richtung Potolo.
Die Wanderung von Maragua bis Potolo dauert circa sechs Stunden. Es ist wichtig frühzeitig aufzubrechen, da Abends keine Busse mehr von Potolo zurück nach Sucre fahren.
Durch den gestrigen Starkregen ist der Boden aufgeweicht, wir versinken im Schlamm und ein Autobus, der normalerweise diese Strecke entlangfährt, kann die Straße gar nicht befahren.
Für ein kurzes Stück begleitet uns ein Schwein welches sichtlich erfreut ist mit der schlammigen Situation.
Bei Niñu Mayu zahlen wir zum Dritten Mal 20 Bs Maut an die Einheimische Bevölkerung.
Hier befinden sich imposante Dinosaurierspuren, Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Eine Einheimische Frau zeigt uns hier eine Abkürzung querfeldein durchs Gelände nach Chullpas einer kleinen Siedlung. Von Chullpas geht es den gut ausgebauten Sendero Niñu Mayu-Chullpas weiter bis nach Potolo.
Auf der ganzen Route sehen wir keine anderen Wanderer. Erst in Potolo begegnen wir einer Gruppe von Italienern mir bolivianischem Guide.
In Potolo warten wir am Hauptplatz Plaza Potolo auf den Bus. Hier gibt es keinen Fahrplan, keine Uhrzeit. Hier wartet man einfach.
In zwei Stunden Fahrzeit über zum Teil nicht asphaltierten Straßen, kommst du schließlich wieder zurück nach Sucre.




