Bolivien

Abenteuer Guide

Bolivien ist Abenteuer pur & du kannst das Land problemlos auf eigene Faust erkunden.

Das Land überzeugt vor allem mit seiner atemberaubenden Natur.

Es ist aber auch ein Land, das uns teilweise an unsere Grenzen gebracht hat.   

Destinationen

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kurz und kompakt

Hauptstadt: Sucre

Sprachen: Spanisch & 36 anerkannte Landessprachen

Währung: Bs/BOB (1€ ~ 8 Bs)

Zeitzone: UTC - 4

Beste Reisezeit:

  • Mai - September (Trockenzeit): stabiles Bedingungen in allen Regionen. Der Salzsee bei Uyuni ist befahrbar. 

Wild und Lautlos: unsere Reiseroute durch Bolivien

Nach unserer dreiwöchigen Peru-Reise ging es für uns weiter nach Bolivien – ein Land, das uns mit seinen Kontrasten, der Höhe und der wilden Landschaft sofort in den Bann gezogen hat.

 

Unsere Reise begann am Titicacasee in Copacabana (2 Nächte), wo wir die Weite des Sees und das ruhige Leben am Ufer genossen. Von dort fuhren wir weiter nach La Paz (3 Nächte) – eine Stadt, die auf über 3.500 Metern Höhe zwischen Felsen und Seilbahnen schwebt und mit ihrer Energie und ihrem Chaos gleichermaßen fasziniert.

 

Nächster Stopp war Sucre (3 Nächte), Boliviens „weiße Stadt“ mit kolonialem Flair und angenehmem Klima. Von hier aus wanderten wir zum beeindruckenden Maragua-Krater (1 Nacht) – eine der schönsten Touren unserer Bolivien-Reise.

 

Ein Nachtbus brachte uns weiter nach Santa Cruz und ins nahegelegene Samaipata (3 Nächte), ein kleiner, entspannter Ort im subtropischen Osten Boliviens – perfekt, um kurz durchzuatmen. Anschließend fuhren wir über Sucre weiter in die Minenstadt Potosí, einst eine der reichsten Städte der Welt.

 

Von Potosí ging es schließlich nach Uyuni, wo wir unsere dreitägige Salar-de-Uyuni-Tour starteten – ein unvergessliches Abenteuer durch Salzebenen, Lagunen und Vulkane, das in San Pedro de Atacama (Chile) endete.

 

Unsere Route ist nur eine mögliche Option, Bolivien zu bereisen. Während unserer Reise mussten wir umplanen, da es in Cochabamba zu Unruhen kam und alle Busse die Stadt großräumig umfahren mussten.

 

Wer mehr Zeit hat, kann seine Route wunderbar erweitern – etwa mit:

 

  • Rurrenabaque & dem Amazonas-Regenwald 

  • Cochabamba & dem Nationalpark Toro Toro 

  • Dem Sajama-Nationalpark mit seinen Vulkangipfeln und heißen Quellen 

Copacabana

Falls du den Titikakasee besuchen willst solltest du unbedingt nach Copacabana. Puno, auf der peruanischen Seite ist nicht so sehenswert, fanden wir. Den Ausflug auf die Uros Inseln wollten wir von Puno aus nicht machen, da er uns zu touristisch erschien.

 

Von Copacabana aus kannst du mit einem Boot eine Tour auf die Isla del Sol und die Isla de la Luna, auf denen Ruinen aus der Pre-Inka Zeit zu finden sind, unternehmen. Auf beiden Inseln musst du bei Betreten einen Eintritt an die Einheimischen zahlen. (Kosten für die Tour: circa 50 Bs für die Bootsfahrt + 10 Bs und 15 Bs Eintritt)

 

Während die Inseln wirklich schön sind können wir die eintägige Bootstour nicht empfehlen. Leider waren wir fast die ganze Zeit nur am Wasser, während für die Erkundung der beiden Inseln nicht viel Zeit übrig war. Es gibt aber eine Alternative: mit dem Boot auf die Isla del Sol zu fahren und dort bei einer Einheimischen Familie übernachten. 

 

Unser persönliches Highlight war aber der Sonnenuntergang am Kalvarienberg! Den darfst du dir auf keinen Fall entgehen lassen. 

La Paz

In La Paz hängt die Stadtluft schwer zwischen den Bergen. Viel Verkehr, Hektik und Müll säumen die Straßen der Großstadt. Und dennoch…  Irgendwie hat diese Stadt etwas Magisches, etwas Besonderes an sich. Eine Stadt in der du mit der Seilbahn über die Hausdächer hinweg schweben kannst, während du dem Trubel der Straßen lautlos von oben zusiehst.  

 

Ein besonderes Highlight ist außerdem der Mercado de las Brujas, der Hexenmarkt in der Altstadt. 

Sucre & Maragua Krater

Sucre ist sehr einladend mit ihren weißen Kolonialgebäuden, dem Hauptplatz auf dem sich die Stadtbewohner treffen und dem milden Klima. Ein wahrer Kontrast zum übrigen Bolivien, finden wir.

 

Von hier kannst du eine zweitägige Wanderung zum Maragua Krater unternehmen und in Maragua bei einer lokalen Familie übernachten. Wir haben die Wanderung auf eigene Faust gemacht! 

Samaipata

Samaipata ist eine ruhige, gemütliche Kleinstadt mit gepflegten Gärten, nicht weit von Santa Cruz della Sierra entfernt.

 

Hier kannst du mit einer Tour den Amboro Nationalpark besuchen. Andenkondore, Riesenfarne und eine vielfältige Natur warten hier auf Entdecker.

Potosí

Hier thront über den Dächern der Cerro Rico, der reiche Berg, der die Stadt groß gemacht und unzählige Leben gekostet hat. Potosí ist die Stadt der Silberminer und war einst eine der reichsten Städte der Welt. 

 

Die Mine, welche auch heute noch in Betrieb ist, kann auch besichtigt werden. Viele Touristen sprechen sich gegen diese Touren in den katastrophalen Alltag der Miner aus. Wir haben die Tour selbst nicht gemacht, denken aber, dass sie Arbeitsplätze und Bewusstsein für unsere Wegwerfgesellschaft schafft. Viele Miner sind heute Tourguides und die Mine würde, daher ein Abbau immer noch stattfindet, auch ohne den Tourismus weiterhin bestehen.

 

Potosí hat uns auf alle Fälle positiv überrascht. Wir finden, dass sich ein Stopp in der auf 4.000 Höhenmeter liegenden Stadt auf alle Fälle lohnt. 

die Salzwüste Uyuni

Das bekannteste und beliebteste Reiseziel Boliviens ist die Salzwüste von Uyuni! Und das mit Recht.

 

Surreale Landschaften, ein Zugfriedhof, Hotels aus Salz, eine Kaktusinsel, Geysire, Salzseen und eine unendliche Weite warten hier auf Abenteurer. Eine Attraktion jagt hier die nächste.

 

Es gibt verschiedene Touren in die Salzwüste: wir starteten unsere in Uyuni und beendeten sie in San Pedro de Atacama, Chile. 

 

Die Touren kannst du Vorort in den lokalen Reiseagenturen buchen. Hier war es auch möglich mit Kreditkarte zu zahlen!

Bolivien Reise Low-Budget

Bolivien ist das günstigste Land in ganz Südamerika. Dennoch kannst du einiges sparen wenn du Low-Budget reisen möchtest.

 

Langstreckenbus statt Flugzeug nutzen: alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Orte sind mit dem (Nacht-)Bus erreichbar. Die Busfahrten in Bolivien sind oft ein Abenteuer. Mit Verspätungen und uralten Bussen ohne Klimaanlage und manchmal ohne funktionierende Toilette musst du rechnen. 

 

Restaurants sind in Bolivien günstig. Um noch mehr zu sparen kannst du in den lokalen Märkten gemeinsam mit den Einheimischen essen. Wir fanden das Essen in den Märkten jedoch nicht so gut wie in Peru. Selber kochten fanden wir rentiert sich bei den Preisen der Restaurants und Märkten überhaupt nicht. 

 

In Guesthouses und Hostels übernachten. Ein privates Doppelzimmer mit eigenem Bad kostet für zwei Personen zwischen 15 und die 20 € pro Nacht.

 

Trinkwasserfilter mitnehmen und auf Plastikflaschen verzichten.

 

Tickets und Ausflüge vor Ort bei lokalen Anbietern kaufen. Das gilt auch für die Salzwüste Uyuni. Die Tickets sind online um ein vielfaches teuer als vor Ort in Uyuni.

 

Aktivitäten und Wanderungen kannst auch auf eigene Faust durchführen. Oft ist keine geführte Tour notwendig, auch wenn man dich das vielleicht glauben lässt.  Mit den günstigen trufis (Sammeltaxis) kannst du in Bolivien wie die Einheimischen reisen. 

 

kleiner Glossar

 

mercado - lokaler Markt

trufi- günstiges Sammeltaxi. Fährt los sobald es voll ist.

menú del día - günstiges Mittagsmenü in den Märkten und lokalen Restaurants

bolivianos Bs/. - bolivianische Währung (1 Sol ~ 0.12 €) 

baño - Toilette (meist kostenpflichtig, circa 2 Bs) 

boleto - Ticket

pasaje - Fahrkarte 

terminal terrestre - Busbahnhof

Einreise

Grundsätzlich erhält man bei der Einreise mit gültigem europäischem Reisepass ein Touristenvisum für bis zu 90 Tage. Es ist keine Vorab-Beantragung notwendig.

 

Bei der Einreise auf dem Landweg:

 

Vorab oder direkt an der Grenze musst du einen QR-Code scannen und ein kurzes Einreiseformular ausfüllen.

 

An der Grenze musst du aus dem Bus aussteigen und zur Ausreisekontrolle des jeweiligen Landes (etwa Peru) um deinen Pass stempeln zu lassen.

 

Danach geht es die wenigen Meter zu Fuß über die Grenze nach Bolivien

Auf der bolivischen Seite gehst du zuerst du ins Zollbüro (Aduana) wo du deinen QR-Code vorzeigst.

Danach gehst du weiter zum bolivianischen Migrationsbüro.  Hier erhältst du den Einreisestempel für dein Touristenvisum (für gewöhnlich bis zu 90 Tage, ohne Vorab-Antrag). Der Beamte fragt manchmal nach dem Reiseziel oder Aufenthaltsdauer.

 

Die Busse warten dann bereits auf der bolivianischen Seite auf die Weiterfahrt. 

 

Wichtig: gibt es an der Grenze Probleme, wartet das Busunternehmen nicht auf Einzelpersonen. 

Wir sind mit Peru-Hop von Peru nach Bolivien eingereist und können das für genau diesen Grenzübergang wirklich empfehlen. Auch wenn Peru-Hop ein reines Touristenunternehmen ist, was normalerweise nicht ganz unser Stil ist, war es an der Grenze sehr angenehm: Alles wurde auf Englisch erklärt, und wir konnten unser Gepäck während des gesamten Grenzprozesses im Bus lassen.

 

Bitte informiere dich vor der Reise über die aktuellen Bestimmungen. 

Fortbewegung in Bolivien

Busse

In Bolivien gibt es unzählige große und kleine Busunternehmen die Reisende quer durchs Land befördern. Die Bustickets musst du nicht vorab online buchen. Bei vielen Anbietern geht das nicht ein mal. Die Tickest kaufst du im Busbahnhof direkt am Schalter. Wir sind oft von Schalter zu Schalter gelaufen um die Preise und die Abfahrtszeiten der verschiedenen Unternehmen zu vergleichen. 

 

Vor der Abfahrt solltest du dich einige Zeit vorher einfinden. Meistens fahren die Busse jedoch mit Verspätung ab. 

 

In den Terminals musst du bei der Ausfahrt eine Steuer zahlen (circa 2 Bs). Jene muss in bar entrichtet werden und wird meistens direkt im Bus von Mitarbeiter*innen des Terminals eingesammelt. 

 

Die Langstreckenbusse sind in der Regel Doppeldecker. Grundsätzlich gibt es gibt zwei verschiedene Sitzkategorien. 

  • CAMA: im Cama Bus gibt es drei Sitze pro Reihe anstatt vier. Die Sitze sind somit breiter und komfortabler und lassen sich bis zu 160° umklappen. Cama Busse sind teurer. 
  • SEMI-CAMA: vier Sitze pro Reihe. Die Sitze kann man nicht so weit nach hinten klappen. Für lange Reisen in der Nacht eher ungeeignet, für Kurzstrecken top. 

Während unserer Bolivien Reise sind wir an Board verschiedener Busunternehmen gestiegen.

 

  • Peru/Bolivia-Hop für den Grenzübergang von Cusco über Puno nach Copacabana und schließlich weiter nach La Paz.  Peru-Hop ist eine Art Hop On Hop Off Service rein für Touristen. Du kaufst dir ein Ticket für eine Route, steigst bei den verfügbaren Haltestellen aus und bleibst so lange du möchtest. 
  • Bolivar: mit Bolivar sind wir von Sucre nach Santa Cruz della Sierra gefahren. Es war der einzige klimatisierte Bus in den wir während unseres Bolivien Aufenthaltes Fuß gesetzt haben.
  • Trans Copacabana: mit dieser (einigermaßen moderner) Busgesellschaft sind wir von La Paz nach Sucre gereist. 
  • es gibt auch billigere Möglichkeiten, günstigere Busunternehmen. Von Santa Cruz della Sierra sind wir mit Expreso Sucre zurück nach Sucre gefahren. Es fühlte sich an wie an Albtraum. Kein Licht und Wasser im WC, fünfstündige Verspätung ohne Hinweise auf das Warum, keine Klimaanlage, zerschlissene Innenausstattung. 

Sammeltaxis

In Bolivien gibt es außerdem die trufis – Sammeltaxis. Die extrem preiswerten Kleinbusse fahren los sobald sie voll sind. Mit dem trufi sind wir von Sucre in Richtung Potolo gefahren um die Maragua-Krater Wanderung auf eigene Faust durchzuführen. 

Taxis

Auch Taxis sind in Bolivien preiswert. Oft sind wir von den jeweiligen Busbahnhöfen bis zur Unterkunft mit den Taxis gefahren. Vorab solltest du immer nach dem Preis fragen und dich außerdem vergewissern ob es sich um ein offizielles Taxi handelt. 

Gesundheit

die Höhe

Bolivien ist ein Andenland. Viele Orte und Sehenswürdigkeiten liegen sehr hoch und die Sauerstoffkonzentration ist geringer. La Paz beispielsweise befindet sich auf 3.650, die Nachbarsstadt El Alto auf 4.150 und Copacabana auf 3.840 Höhenmeter. Eine langsame Akklimatisierung ist somit sehr wichtig. 

 

Soroche, die Höhenkrankheit äußert sich unteranderem durch Schwindel, Fieber und Übelkeit

Abhilfe: Soroche Tabletten (gibt es in den Apotheken), Coca Blätter (für Tee oder zum Kauen), Muña Tee.

Trinkwasser

Das Leitungswasser ist nicht trinkbar. Um Plastikflaschen zu vermeiden sollte daher abgekocht oder noch besser gefiltert werden. 

Impfungen & Reiseapotheke

Standartimpfungen wie Tetanus, Diphterie, Masern und Polio sollen aktuell sein. Empfohlen sind außerdem die Impfungen gegen Hepatitis A+B, Typhus & Tollwut (wichtig bei Wanderungen). Die  Gelbfieberimpfung ist vorzuweisen wenn du aus einem Gelbfiebergebiet nach Bolivien einreist (etwa von Brasilien). Außerdem ist jene bei einem geplanten Aufenthalt im Amazonas ODER einer Weiterreise in ein anderes Südamerikanisches Land dringend empfohlen. 

 

Stell dir eine Standartapotheke (Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, persönliche Medikamente) zusammen und nimm auch eine Malaria Prophylaxe (Malaria kommt vor allem im Amazonas nördlich von La Paz vor) mit.

 

Hinweis: Wir geben nur einen Überblick – bitte vor einer geplanten Reise vorzeitig (mindestens 2 Monate davor) bei Ärzt*in oder im Tropeninstitut über Impfungen, Reiseapotheke und gesundheitliche Risiken informieren.

Gut zu wissen

Geld

In Bolivien muss fast alles mit Bargeld bezahlt werden. Mit den meisten Kreditkarten (wir hatten für unsere Südamerikareise eine extra Kreditkarte von Revolut ) ist es möglich am Bankomat der Banco Unión ohne Spesen abzuheben.  

Internet & Handy

Am besten nach der Anreise eine bolivianische SIM Karte für Daten beantragen. Die SIM Karten sind Prepaid und einen Monat lang gültig. Wir haben uns für unseren Bolivien Aufenthalt keine Sim Karte besorgt. Es geht auch ohne, würden sie aber auf alle Fälle empfehlen! 

Sicherheit

Auch wenn Bolivien das ärmste Land Südamerikas ist, haben wir uns immer sicher gefühlt. Es ist ein Land mit vielen Rucksackreisenden und Individualtouristen

 

An den Grenzen konnten wir Korruption miterleben. Wir als Reisende mussten dem Grenzbeamten Geld geben (20 Bs. pro Kopf) damit er unseren Reisepass stempelte und wir nach Chile ausreisen konnten. Hier kursieren allerlei kuriose Geschichten, unsicher haben wir uns dennoch nicht gefühlt. 

 

Am Besten du hast immer etwas Bargeld eingesteckt. Auch bei der Ausreise!  

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